Hopenet.ch: Worte sind wie Schall und Rauch - oder doch nicht?

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WORTE

von Werner Kniesel
M a c h t d e r W o r t e

Von Geburt an sind wir auf Beziehung angewiesen. Jeder von uns bringt sozusagen einen grossen "Liebestank" mit in die Welt, der erst einmal gefüllt - und immer wieder nachgefüllt werden will. Jeder von uns hat ein grosses Bedürfnis nach Liebe, Geborgenheit und Sicherheit, eine unstillbare Sehnsucht nach Wert und Anerkennung und den tiefen Wunsch, das Leben sinnvoll und kompetent zu meistern. Sind diese Grundbedürfnisse nicht genug gestillt, so wird es mangeln an genügend Selbstwert, Vertrauensbereitschaft und sozialem Verhalten.

Worte sind Bausteine

Mit Steinen wie mit Worten können Häuser gebaut, Zuhause geschaffen, ein Raum der Geborgenheit errichtet werden. Mit Steinen wie mit Worten können wir aber auch zuschlagen, verletzen und zerstören. Worte können eine gedeihende Atmosphäre schaffen oder das Klima in einer Familie, Firma, Gemeinschaft total ruinieren.

Seit wir auf der Welt sind, begleiten und beeinflussen uns Worte. Sie hinterlassen wie"Fingerprints", unauslöschliche Prägungen. Sie beeinflussen unser Lebensgefühl und unsere Meinung über uns selbst und andere. Wenn uns jemand lobt, dann blühen wir auf. Echt gemeintes Lob wirkt heilend. Hören wir aber immer wieder Worte wie: "Du kannst nichts!" "Du wirst nichts!" "Du bist an allem schuld!" Dann beginnen wir diese Worte zu glauben. Worte üben Macht aus. Negative Urteile können uns Ketten anlegen. Wir wurden enttäuscht, am häufigsten von denen, die uns nahe standen. Wir haben Worte über uns gehört und unreflektiert übernommen und geglaubt. Und - nur zu oft - glauben wir diese auch noch, obwohl Umstände und Autoritäten schon längst ihren Einfluss verloren haben.

Wie kann ich schlechte Bausteine entfernen?

Können Worte, die meine gesunde Lebensentfaltung hindern, entmachtet werden? Ja, es muss nicht beim Alten bleiben, Veränderung ist möglich. Entscheidend ist nicht primär, was ich mitbringe, sondern was ich daraus mache.

Der erste Schritt heisst Innehalten und sich ehrlich fragen, was beschäftigt mein Denken, worum kreisen meine Gedanken? Dann darf ich mich von diesen zerstörerischen Gedanken distanzieren und Neues einüben. Dies ist kein leichter, aber ein lohnender Weg. Die Bibel fordert an verschiedenen Stellen auf das Denken zu überprüfen und da zu korrigieren, wo diese nicht mit den Aussagen der heiligen Schrift übereinstimmen. Der nächste Schritt heisst Vergebung. Ich darf denen vergeben, die mich unter die Macht dieser Worte gebracht haben - egal ob sie es verdient oder sich dafür entschuldigt haben. Nur wo ich vergeben kann, kann ich auch innerlich heil werden. Durch Vergebung bin ich nicht mehr an die Person gekettet, die mich verletzt hat. Damit hole ich meine Entscheidungsfreiheit zurück. Darum heisst es im Vaterunser Gebet: "Vergib mir, wie ich anderen vergeben habe?". Dann darf neue Geschichte geschrieben werden. Ich darf mich bewusst den lebensfördernden Worten der Bibel aussetzen und Worte, die sich gegen den Willen Gottes erheben, zurückweisen. Nun kann ich frei entscheiden, ob und von wem ich mich prägen lassen will.

Mein Leben darf ein Stein in Gottes Bau werden

Das ist die ermutigende Botschaft. Ohne Gott schaffen wir es nicht - und wir müssen es auch nicht. Menschlich gesehen können wir die Prägungen durch Worte nicht ungeschehen machen. Das gute Wort mit absoluter Autorität kann ich mir nicht selbst sagen; das muss mir jemand sagen, dem ich vertraue. Jemand, der mich kennt und trotzdem liebt. Jemand, der für mich heute in dem Masse Autorität ist wie damals die Eltern, Lehrer, etc.. Dieser jemand gibt es. Es ist unser Schöpfer, der himmlische Vater. Er liebt jeden Menschen über Verstehen. Er liebt uns so sehr, dass er in Jesus Mensch wurde, um uns Hilfe und Heil zu bringen. In Jesus Christus sucht die Liebe Gottes den Menschen dort, wo er ist. Er ist die Instanz, die zu sagen vermag: Ich bin gross genug für deine Probleme und kompetent genug, dein Leben zu verändern und zu führen; - deine Lebensgeschichte zu einem guten Ende zu bringen. Gott kennt meine Erfahrungen, Verletzungen aber auch mein Versagen; er hat alles mitbekommen. Er weiss auch um meine Vorurteile, Ängste, Sehnsüchte und die nicht gestillten Grundbedürfnisse. Und er ist der Einzige, der wirklich weiss, wie ich ganzheitlich heil werden kann.

Gott ist das Wort

Im Prolog des Johannes Evangeliums lesen wir: "Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war - und ist - das Leben." In diesen Worten spüren wir die Kraft der Worte Gottes. Er spricht, und es geschieht. Und dieser Gott möchte, dass wir mit ihm in einer Kind-Vater-Beziehung leben und heil werden, so lesen wir es einige Verse weiter. Gott bietet jedem Menschen das Kostbarste an, was es gibt: Kindschaft. Und damit einen neuen Anfang, eine neue Geschichte. Kindschaft heisst: Hineingeboren werden in die Familie Gottes, um mit ihr neue Erfahrungen zu machen, neue Worte zu hören. Wenn ich meinem himmlischen Vater vertraue, dann setze ich mich einer neuen Autorität aus und lasse mich nicht mehr von alten Prägungen bestimmen oder von menschlichen Urteilen verunstalten. Sie haben nicht mehr das letzte Wort. Und ich darf erleben, wie alte, destruktive Lebensmuster mehr und mehr aufgelöst werden. An Gottes Hand kann ich neue Wege gehen und werde von ihm neue Worte hören. Es sind gute, heilsame Worte. In Gottes Händen kann die unmöglichste und unglücklichste Vorgeschichte zur "Heils- und Segensgeschichte" werden.

Gehören Sie zur Familie Gottes? Kennen Sie die Worte Gottes?

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